Wahrnehmen was ist

„Eine wirklich große Idee erkennt man daran, dass ihre Verwirklichung von vornherein ausgeschlossen erscheint.“ Albert Einstein (1879-1955)

Worte sind vergänglich wie der Schnee im Südpark von Bad Nauheim am 3.12.2017 um 3:18 Uhr nachmittags. Erst verzauberte er die Lanschaft - dann wurde er wenige Stunden später unsichtbar, um als Wasser das Leben zu ermöglichen und zu fördern. Wie das Selbst, die einzigartig schöpferische Natur des Menschen, fähig, nie Dagewesenes zu schöpfen.

 

Um wervoll zu sein, muss eine schöpferische Idee lebensförderlich statt nur zweckdienlich für wenige auf Kosten VIELER sein und nachhaltig wirken. Damit unsere schöpferische Natur von der bloß denkenden unterscheiden werden kann, müssen wir die menschliche Natur in ihren Wesenszügen beschreiben und in ihrer Wirkung verstehen.

 

Die geistige Natur des Menschen

ist eine Dreieinigkeit aus

 Selbst, iCH und Ego.

 

Das Selbst ist die einzigartig schöpferische Seite des Geistes, dessen „Sprache“ Empfindungen sind. Seine Wesenszüge sind: Geduld, Achtsamkeit, Behutsamkeit - offenbar im Talent Bei-sich-beginnen - und Ehrlichkeit, kurz gesagt GABE. Beim Neugeborenen überwiegt das Selbst, immer ein Unikat. Sein Leitmotiv ist das Original. Seine Entscheidungen frei. Das Ego ist noch im Kokon verkapselt. Schlummermodus.

 

Das Ego des Neugeborenen ist in seiner Anlage so „fertig“ wie der Körper des Babys und dem Ego der Mutter nachgebildet. Aus ihren Gedanken und Aengsten, Sorgen und Traeumen, kurz GAST, entsteht der Ego-Algorithmus, dem Google-Algorithmus verwandt, der sich ständig weiterenwickelt und sich verselbstständigt, wenn ihm keine Grenze gesetzt wird. Das hat verheerende Auswirkungen auf Mensch und Natur im Schatten des Scheins, wo doch (Echt)Sein gefragt ist.

Die Merkmale des Egos sind Eilfertigkeit, List, Täuschung, Ehreanspruch, Rechthaberei, Neid, kurz ELTERN. Das Leitmotiv des Egos ist Gleichheit, bestimmt von sich überlagernden Rollen, die das Selbst in den Schatten stellen. Während der Mensch einzigartig ist, machen Rollen es möglich, Enkel, Sohn, Vater, Gatte, Bruder, Nachbar, Bürger, Bänker, Wähler, Steuerzahler in einem zu sein.

 

Die Entschlüsse des Egos sind bedingt durch den AMME-Kodex - Anstand, Moral, Mutters Ehre -, haben langfristig verheerende Auswirkungen und (er)zeugen Krisen, Krankheiten und Kriege. Die gefährlichsten Kriege werden mit Worten im Schatten von Anstand, Humanismus, Menschenrechten und politischer Korrektheit geführt und beginnen in der Familie. Am Anfang ist meistens der Anstand, manchmal die Ehre oder beide, während im Hintergrund immer zweifelnde Minderwertigkeitsgedanken lauern und den Taktschock der Entscheidungen führen.

 

Das Selbst entscheidet frei von den Umständen und anderen, ist selbstbewusst im engsten Sinne des Wortes und immun gegen Missbrauch von außen. Freude am Sein, innere Freiheit und ein friedfertiges Miteinander sind die Wirkung. Schmerz, Neid, Opferbereischaft, Ehre, Deutung, kurz SCHNÖD, sind ihm fremd.

 

Das iCH (keineswegs mit dem Ego zu verwechseln!) ist die „Sprecherin“ des menschlichen Geistes und generiert mit Gedanken und Worten kostbare Anlässe für Entscheidungen, die neue Lebenskraft schöpfen oder verprassen. Entsprechtend kann sich Echtsein oder Schein entfalten. Den höchsten Grad Echtsein erleben wir bei Neugeborenen. Mit jedem Tag und jedem erzieherischen Gedanken der Mutter, beginnt der Schein ebenso langsam wie beständig das Baby zu vereinnahmen.

 

In der Pubertät halten sich der Wunsch zum Echtsein und der Hang zum Schein die Waage. Erwachsene sind meistens dem Schein verpflichtet. Auf olympische Höhen klettert der Schein mit der politischen Korrektheit, getragen von Wille und Vorstellungen weniger  EL IT EN  für viele Kinder, Bürger, Sparer, Steuerzahler. FREIE Entscheidungen inspiriert vom Selbst über Empfindungen schöpfen neue Lebenskraft und beglücken heimlich, leise und nachhaltig.

Bedingte Entscheidungen fordert das stets eilfertige, empotional geladene Ego, euphorisiert für Momente, um dann ebenso schnell beleidigt, empört oder enttäuscht zu sein. Damit verprasst es kostbare Lebenskraft im Schatten der OBOE (OpferBereitschaft Ohne Ende) für andere, für Sachen und Zweck statt Sinn. Emotionen brauchen äußere Impulse und machen das Ego manipulativ.

 

Die Empfindungen strömen aus dem „Herzen“ des Selbst in den Körper, sind Lohn für FREIE Entscheidungen und können beglückend oder mahnend sein, um Ego-Entschlüsse zu entlarven und korrigieren zu können.

 

Eine der folgenschwersten Entscheidungen nach dem Zweiten Weltkrieg fällte Otto Frank, als er das Tagebuch seiner Tochter Anne Frank am 25.6.1947 veröffentlichte. Er verkannte die Wirkung des (Dauer)konfliktes der Tochter mit ihrer Mutter, beseitigte Annes kritische Passagen über die Mutter und beraubte sich einer kostbaren Einsicht. Am Dreikönigstag 1944 hatte das kluge 14-jährige Mädchen die kostbarste Einsich aufgeschrieben. Ihr schöpferisches Testament und kostbarstes Vermächtnis an die Nachwelt, zitiert aus „Anne Frank Gesamtausgabe“, Fischer Taschenbuch, Frankfurt am Main, März 2015, Seite 607, lautet:

 

„Ich habe das Bedürfnis, meine Mutter als ein Beispiel zu nehmen und Achtung vor ihr zu haben und meine Mutter ist in den meisten Dingen schon ein Beispiel für mich, aber gerade ein Beispiel wie ich es nicht machen soll.“

 

„Ich möchte mir gern meine Mutter zum Vorbild nehmen und zu ihr aufsehen“,

 

ist in der angeblich ungekürzten Ausgabe der Fischer Bücherei, März 1955, Seite 102 zu lesen.

 

Vater Frank kehrte Annes Aussage ins Gegenteil. Die Mutter ein Schreckbild für die Tochter? Im Schatten des Anstands und Wahrung des Scheins entschied sich der Vater fürs Verschweigen und Beschönigen. Diese Realitätsverweigerung verhinderte eine weichenstellende Korrektur, um den Sinn der Mutter im Leben der Kinder zu begreifen: Von den Kindern lernen, echt zu sein, statt sie zu belehren, im Fall der Fälle den Schein zu wahren. Das tat die biblische Ur-Frau Eva ebenso wie Abrahams Gattin Sara, Jesu Mutter Maria oder  „Mutti“ Merkel, mit verheerenden Folgen.

 

Die Mutter ein „AntiVorbild“: Das war für mich eine der kostbarsten Einsichten im Alter von 56 Jahren und gilt für alle(s) außerhalb unseres Selbst, unserer schöpferischen Natur. Folgerichtig ist alles, was die Sinne uns aus dem Umfeld zutragen und was uns stört, empört oder enttäuscht, ein Schreckbild. Vorbildlich hingegen ist der Entschluss, den Quell' der Störung, Empörung, Enttäuschung Beleidigiung im Wesen der Entscheidung hinter der störenden Sache zu finden und aus dem Ego zu verbannen.

 

Die hilfreichsten Schreckbilder des christlich geprägten Abendlandes waren für mich: die vier Mitglieder der biblischen Ur-Familie - Adam, Eva, Kain und Abel; die vier biblischen „Patriarchen“ Noah, Abraham, David und Jesus; die vier deutschebn Operkomponisten Mozart, Beethoven, Wagner und Strauss; die vier deuschen Kanzler Hitler, Adenauer, Kohl und Merkel.

 

Unter dem Namen Ava Seinn, im Schatten der damaligen Realitätsverweigerung, beschreibe in diesem Buch „MUTTERDOGMA, das ist die Erbsünde“, vollendet am 9.11.2014, die verheerende Wirkung des Schweigens, der Erziehung zum Schein im Schatten des Anstands und die tödliche Wirkung der Schuldzuweisung aufs Echtsein des Kindes:

Die FREIE Entscheidung ist der Puls des schöpferischen Lebens des Menschen und am offensichtlichsten bei Babys. Sie sind frei von Anstand und Moral, Mitleid und Ehre und im Verhalten bestimmt von ihren einzigartigen Empfindungen, die keine Mutter versteht und immer zweckdienlich egoistisch deutet.

 

Im Akt der Erziehung ersetzen willkürliche Gedanken anderer und belehrende Worte die eigenen Empfindungen, die leise im Hintergrund bleiben, und jenen Zwiespalt erzeugen, der uns das Leben verbittert und in Deutschland noch nie so tief verwurzelt war wie am 6. Januar 2018. Tendenz steigend.

 

Die FREIE Entscheidung befreit uns von dem schizophrenen Wunsch, wie andere sein zu wollen, um einzigartig mit Taten zu sein. Selbstverständlich ist das ausschließlich in der Privatspäre möglich, weil rundum die Versuchung lauert, FREIE Entscheidungen erst herausfordert und dann möglich macht. Genauso wie die Nacht den Tag erst sichtbar macht und ihm seinen Wert, die Chance für Einsichten und den Zauber schenkt, wahrzunehmen, was tatsächlich ist.

Der Riss, der heute tiefer denn je zuvor durch Deutschland geht, speist sich aus dem Zwiespalt der Menschen, die in diesem Land leben, potenziert durch die Ereignisse der letzten 72 Jahre. Am Anfang der BundesReDe wirkte der Zwiespalt der vier Jahre Ungewissheit (5.1945-5.1949), der 68 Jahre später immer offensichtlicher wird.

 

Es liegt im Wesen der menschlichen Einzigartigkeit,

dass jeder seine Schwächen in der Schule, im Beruf und im Leben immer nur selbst überwinden kann. Das Buch „ Frei entscheiden. Du kannst es“ weist

auch dir den Weg, Wanderer. Wie in der Schule

und im Beruf - so im Leben! Die Währung in

diesen drei (Be)Reichen? Noten, Geld und Lebenskraft (Lk), steuerfrei geschöpft

aus den FREIEN Entscheidungen.

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© Ingeborg Schuster